Lettre 2: d’Anne à son fils Rudolf, 9 juin 1915

Version française page 2 =>


Contenu historique de la lettre:

  • les blessures de guerre
  • la propagande d’état se développe dans les écoles
  • l’effort de guerre demandé aux civils, travailler pour le front
  • le rôle de la femme, nouveau chef de famille
  • la pénurie qui s’installe avec le blocus maritime

Lendringsen, Mittwoch den 9. Juni 1915

Lieber Rudolf,

 

Ich bin glücklich, dass es Dir gut geht. Ich habe einen Brief von Papa erhalten. Er hat  an der Marnes Schlacht teilgenommen, aber er wurde verletzt, weil eine Granate neben ihm explodiert ist. Er wird in einigen Tagen repatriiert. Ich habe Angst, dass er entstellt oder amputiert ist. Wie wird man machen, wenn Papa verletzt ist? Er wird nicht arbeiten… Ich habe keine Nachricht von Franz seit seinem Einberufungsbescheid. Ich bin sicher, dass ich bald welche erhalten werde. Helene und mir geht es gut. Jeden Tag geht Helene zur Schule. Sie sprechen über den Krieg. Die Propaganda installiert sich auch in den Schulen aber Helene versteht nicht und sie stellt mir viele Fragen. Ich weiß nicht, was ich antworten kann, weil man nicht wirklich betroffen ist, denn es gibt keine Schlacht in Deutschland. Sie lernt, wer das nette Lager ist (der Dreibund) und wer das böse Lager ist (Franzmänner). Gestern hat sie mir ein Gedicht aufgesagt und sie hat mir gesagt, dass jeden Tag ein Schüler dieses Gedicht aufsagen muss. Eine Fabrik hat mir einen Brief geschickt, um Granaten herzustellen. Ich arbeite seit einer Woche. Ich bin müde,aber das ist meine Pflicht, meinem Vaterland zu helfen, wie du das in deinem Brief sagst. Personen helfen mir auf dem Bauernhof seit ich  in der Fabrik arbeite, weil ich keine Zeit habe. In allen Familien ersetzt die Ehefrau den Ehemann: sie kann in einer Fabrik oder auf dem Bauernhof arbeiten,wie ich, aber sie muss sich auch um die Kinder kümmern. Die Einwohner fragen nach Euch. Ich antworte ihnen, dass es euch gut geht, um die Familien nicht zu beunruhigen,die die Einberufung erhalten haben. Heute ist das kompliziert für das Essen, weil die Alliierten eine Blockade aufgestellt haben, wie du weißt. In dem Geschäft ist es kompliziert, Essen zu finden, weil Lagerfehlbestand ist. Jeden Tag gibt es viele Personen, die Kriegsbrot kaufen, aber das ist nicht schlimm, weil ich vorziehe, dass das Essen, das ich verschicke für Euch ist, damit du gesund bleibst. Ich hoffe, dass ich Vorräte aus unseren Ernten von dem Bauernhof machen kann.

Ich weiß, dass Du  bald nach Hause wiederkommen wirst. Der Krieg kann nicht lange dauern.

Ich möchte gern,dass Du mir einen Brief schickest, wenn Du wirst an der Front bist.

 

Deine Dich liebende Mutter.

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